Stimme der Mehrheit
Dank an Wilhelm Groener
Klaus Hornungs Buch über den Weimarer Politiker - rezensiert von
ManfredBackerra

Wilhelm Groener (1867–1939) und seine Verdienste um das Deutsche Reich sind wenig bekannt. Als Oberst und Chef des Feldeisenbahnwesens leistete er 1914/15 so Herausragendes, daß er den Pour le Mérite und die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt Ludwigsburg erhielt. Danach militärischer Vertreter im Kriegsernährungsamt wurde er Ende 1916 als Generalleutnant Chef des neuen Kriegsamtes zur Steuerung der Rüstungsanstrengungen, zugleich Stellvertreter des preußischen Kriegsministers. Nach dem Kriegseintritt der USA trat er für einen Remisfrieden ein und wurde daher als Divisionskommandeur, Kommandierender General und Generalstabschef einer Heeresgruppe eingesetzt. Doch 14 Tage vor Kriegsende berief ihn Hindenburg zum Generalstabschef seiner Obersten Heeresleitung. Diese stellte sich auf Groeners Betreiben dem als Reichskanzler amtierenden Führer der Mehrheitssozialisten, Friedrich Ebert, sofort zur Verfügung. Groener hielt mit ihm laufend Kontakt und sicherte so militärisch die Erhaltung des Reiches gegen das Chaos ab.

Danach formte er drei Jahre als parteiloser Verkehrsminister aus vielen Bahngesellschaften die neue Deutsche Reichsbahn. Eine schöpferische Pause als Militärschriftsteller und in der Historischen Kommission für das Reichsarchiv beendete Anfang 1928 die Berufung zum Reichswehrminister unter dem Kanzler Brüning. Er öffnete die Reichswehr gegenüber der politischen Führung und brachte diese zur Wahrnehmung ihrer Verantwortung. Die letzten sieben Monate zudem noch kommissarischer Innenminister, rang er mit Härte für die Erhaltung des Reiches als Staat über den Parteien. Die Entlassung der Regierung brachte ihn um den Erfolg.

Klaus HORNUNG, emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart-Hohenheim, arbeitet Groeners Wirken, vor allem in der Heeresleitung und als Reichswehr- sowie Innenminister, so heraus, daß durch die nüchterne Schilderung, die Persönliches ausspart, der Mann erscheint, den die „Frankfurter Zeitung“ bereits vor seiner zweiten Ministerzeit so kennzeichnete: „… klarer Kopf, tapferstes Herz, mehrfach … historisch Großes leistend, … von jener schweigenden Pflichterfüllung, die man häufig als altpreußisch oder auch gutdeutsch bezeichnet hat.“

Für das Offizierskorps der Kaiserzeit stammte der Sohn eines Regimentszahlmeisters (Hauptmannsrang) aus einfachen Verhältnissen. Doch wegen vorzüglicher Leistungen bei der Offiziersprüfung wurde er vom Kaiser und vom König von Württemberg belobigt. Die Kriegsakademie verließ er als Jahrgangsbester. Sein Herz schlug für das Reich. Ihm galt sein gesamtstrategisches und zugleich praktisches Denken, das vorausschauend Probleme erkannte und konsequent Lösungen des gesunden Menschenverstandes entwickelte, wie zum Beispiel: War der Krieg wahrscheinlich verloren, lag die Chance in einem Remis-Frieden; sollte die Arbeiterschaft bei der Stange bleiben, mußte man mehr für sie tun; drohte das Reich im Räte-Chaos zu zerfallen, war ein Bündnis mit der stärksten reichserhaltenden Kraft zwingend; sollte das Militär einsatzfähig bleiben, mußte seine innere Ordnung in bewährter Form gestärkt werden; führte Widerstand gegen das Versailler Diktat nur zu einer noch größeren Katastrophe, mußte man unterschreiben, aber alles tun, um die Folgen zu entschärfen; brauchte die politische Führung die Reichswehr, mußten beide verantwortungsvoll zusammenarbeiten; war die Reichswehr gegen eine große Aggression ohne Chance, nannte er kampflose Kapitulation das kleinere Übel – und mahnte so die Politik, die Verteidigung zu stärken; dazu sollte der Staat die Wehrertüchtigung der Jugend auch selbst in die Hand nehmen; drohte der Staat von einer Partei überrannt zu werden, verbot er deren Kampfformationen.

Groeners Politik, beharrlich durchgesetzt, konnte, zumal die allgemeine Lage zum Besseren tendierte, eine Alternative zu Hitler sein. Der zukunftsgewandte Konservative hat die staatstragende Linke oft überzeugt.

Die Rechte aller Couleur, die zu seinem Weg keine vernünftigen Gegenentwürfe hatte, verweigerte ihm jedoch zum Teil bösartig die verdiente Anerkennung.

Die prägnante Studie von Klaus HORNUNG plädiert durch Fakten eindringlich für einen späten großen Dank des Vaterlandes an Wilhelm Groener, dessen wertorientierter Realismus heutigen Politikern Vorbild sein sollte.
      (aus: Preußische Allgemeine Zeitung)    
Klaus Hornung: "Alternativen zu Hitler.
Wilhelm Groener – Soldat und Politiker in der Weimarer Republik".
Ares Verlag, Graz 2008. 245 Seiten, gebunden. Preis: € 19,90
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Die Mitnehmgesellschaft


Das Buch von Jochen Kummer und Joachim Schäfer  – rezensiert von Roland Baader

"Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in der größten Krise ihrer Geschichte, ökonomisch und gesellschaftlich.“ Das ist der Eingangssatz und zugleich das publizistische Motiv zum Buch von Jochen Kummer und Joachim Schäfer "Die Mitnehmgesellschaft. Die Tabus des Sozialstaats". Es sind vier große „politisch korrekte“ Tabus, die hierzulande einer freien und ehrlichen Diskussion entgegenstehen. Ihre Namen sind Patriotismus, Zuwanderung, Sozialsystem-Plünderung und Ausländerkriminalität. Die deutsche Gesinnungsdiktatur beschreiben die Autoren mit dem Satz: „Die einen wagen nicht zu sagen, was sie denken, und andere denken beileibe nicht, was sie sagen.“ Eine dichte Decke aus Heuchelei und Pharisäertum liegt über Deutschland. Darunter breitet sich gesellschaftszersetzende Fäulnis und finanzieller Bankrott aus. Die Autoren reißen diese Decke weg, gründlich, kenntnisreich und in klarer Sprache. Und mutig; das zeigen schon die Überschriften über die vier Großkapitel: I. Patriotismus gegen Gesinnungsdemokratie. Wer sich zum Vaterland bekennt, wird schnell verfemt. II. Asylmißbrauch und Türkenstrom. Die Deutschen werden Fremde in ihrem eigenen Land. III. Staatsknete als Stütze – Sozialhilfe und Sozialhilfemißbrauch in Deutschland. IV. Ausländerkriminalität – Die Angst vor der Wahrheit. Nicht nur Terroristen bedrohen die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland.

Wichtige Zeitdokumente

Es sind vor allem zwei Waffen, mit denen die Diktatur der Political Correctness verteidigt und jeder eliminiert wird, der nicht in den linken Kram paßt: die Faschismuskeule und die Antisemitismuskeule. Mit ihnen wurden der Reihe nach niedergeknüppelt: der baden-württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger, der Bundestagspräsident Philipp Jenninger, der Bundespräsidentschaftskandidat Steffen Heitmann, der Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof, (beinahe) der Schriftsteller Martin Walser, der CDU-Abgeordnete Martin Hohmann und der Brigadegeneral Reinhard Günzel. Kummer und Schäfer zeichnen das erbärmliche Schmierentheater dieser „Fälle“ und ihre politischen Hintergründe akribisch nach. Schon das ist verdienstvoll, denn es sind wichtige Zeitdokumente, die hier in gebündelter Form zusammengestellt wurden.

Das Buch bringt jene traurige Wahrheit ans Licht, für die Steffen Heitmanns Sätze exemplarisch stehen: „Ich lebte in der irrigen Ansicht, daß wir uns durch die friedliche Revolution und durch die Wiedervereinigung die Meinungsfreiheit erstritten hätten. Ich habe zu spät gesehen, daß es auch im Westen eine wirkliche Meinungsfreiheit nicht gibt.“ Auch die Täterrolle der Medien wird geschildert, deren gnadenlose Hetzjagd in der Illustrierten Stern ihren Gipfel fand, wo der aufrechte Christenmensch und charakterfeste Abgeordnete Hohmann als „lupenreiner Goebbels“ bezeichnet wurde. Es waren dieselben Medien, von denen zuvor auch kein Wort des Bedauerns zu hören war, als sich nach dem Fall der Mauer und der Öffnung der DDR-Archive die Kampagne gegen Filbinger als „einer der spektakulärsten Erfolge“ der Desinformations-Spezialisten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit herausgestellt hatte.

Beim Thema Asylmißbrauch zeigen die Autoren ein ganzes Kaleidoskop an raffinierten Tricks und Machenschaften auf, mit denen Hunderte von Millionen Euro an Steuergeldern ergaunert werden. Viele der geschilderten Fakten lesen sich wie Rekordberichte für kriminelle Energie. Der Fall des „Kalifen von Köln“ ist nur die Spitze eines Eisbergs, an dem das bundesrepublikanische Schiff zerschellen kann. Doch auch jenseits aller bösen Absichten bilden sich in den Großstädten zunehmend Ghettos, in denen bis zu 55 Prozent der Bewohner keinen deutschen Paß besitzen. Ein Ausländerbeauftragter stellte 2003 in Berlin Kita-Gruppen mit 90 Prozent ausländischen Kindern fest, sowie Grundschulklassen, in denen nur noch zwei Kinder Deutsch sprachen.

„Findige“ statt Bedürftige

2001 waren in Berlin 42 Prozent der erwerbsfähigen Türken arbeitslos, und 93 Prozent der türkischen arbeitslosen Frauen waren ohne Berufsabschluß. Immer mehr Kinder und Jugendliche lernen Deutsch nur noch in Brocken, weil sie in der Sprache der aus Anatolien nachgezogenen Frauen und Mütter aufwachsen, und das ist eben Türkisch. Die türkischen Fernsehprogramme machen das Erlernen der deutschen Sprache ohnehin überflüssig. Seit Einführung des Islam-Unterrichts in den Schulen hat sich das Klima zwischen deutschen und türkischen Schülern massiv verschlechtert. Konfrontation mit den „Schweinefressern“ ist angesagt. Aus dem, was die Süddeutsche Zeitung einen „stillen Kulturkampf“ genannt hat, kann jederzeit etwas sehr Lautes, Häßliches und Gefährliches werden. „Nach über 30 Jahren Ausländerpolitik“, so die Autoren, „steht Deutschland vor dem Fiasko und den Trümmern der Taten- und Hilflosigkeit.“

Angesichts leerer Sozialkassen wird sich alsbald herausstellen, was es bedeutet, daß die Sozialhilfequote der in Deutschland lebenden Ausländer fast dreimal so hoch liegt wie bei den Deutschen. In manchen Landkreisen liegt das Verhältnis beim mehr als Fünffachen. Seit Einführung der Sozialhilfe im Jahr 1962 haben sich die Ausgaben verhundertfacht (von umgerechnet 300 Millionen Euro auf heute 30 Milliarden Euro). Wieviel „Findige“ (statt Bedürftige) sich unter den Empfängern befinden, kann man nur erahnen, wenn man das Beispiel einer großen deutschen Stadt betrachtet: Als dort alle Sozialhilfeempfänger durch die Behörde aufgefordert wurden, sich zu einem bestimmten Termin zwecks Arbeitsaufnahme beim Amt zu melden, trat fast ein Drittel von vornherein aus dem Sozialhilfebezug aus.

Verlogenes Schweigekartell

An manchen Stellen geht der Sozialhilfemißbrauch nahtlos in Kriminalität über. So wurden beispielsweise durch das Einschleusen einer großen Kinderzahl aus Somalia in die Haushalte von „Vormündern“ Millionenbeträge an Stütze kassiert, „aufgepäppelt“ noch, indem die Kinder über die Kreisgrenzen hinweg ausgetauscht und bei anderen Ämtern erneut vormundschaftliche Hilfen beantragt wurden. Das Thema Ausländerkriminalität ist jedoch vollständig tabuisiert. Schon der Begriff gilt als Diskriminierung und darf allenfalls mit „nicht-deutschen Tatverdächtigen“ umschrieben werden.

Und das, obwohl die Zahlen erschreckend sind. Sie reichten im Jahr 2003 von einem Anteil von 33,8 Prozent bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung über 34,3 Prozent bei Mord und Totschlag bis zu 56,2 Prozent bei Taschendiebstahl. Bei der illegalen Kokaineinfuhr erreichte die Quote ausländischer Tatverdächtiger gar 58,8 Prozent und bei der Organisierten Kriminalität 61,2 Prozent. Zugleich steigt die Zahl der sogenannten „jugendlichen Intensivtäter“ mit Listen von 60 und 80 Straftaten, und die Gewaltbereitschaft wächst ins Uferlose. Wo früher eine Festnahme von zwei Beamten durchgeführt werden konnte, sind heute oft ganze Trupps von zwölf und mehr Polizisten erforderlich. Im Jahr 2003 rechnete man in Berlin mit 3.300 Fällen von Gewalt gegen Polizeibeamte, oft mit schweren Verletzungsfolgen. In manche Bezirke trauen sich die Uniformierten nur noch bei Schwerstdelikten.

Es ist in vieler Hinsicht gefährlich geworden, in Deutschland zu leben. Kummer und Schäfer sind angetreten, mit ihrem Buch eine Umkehr zu bewirken, ein Ende der Tabus und eine offene Diskussion der Probleme. Das liegt, nicht zu vergessen, auch im Interesse unserer ausländischen Mitbürger, deren gesetzestreue und friedliche Mehrheit zunehmend selber zu Opfern der wachsenden Feindseligkeit, des Bankrotts der Sozialsysteme und der kriminellen Übergriffe wird. Ein notwendiges und mutiges Buch gegen den Niedergang einer Gesellschaft und gegen das verlogene Schweigekartell, das sich vor die Wahrheit stellt.                                                                            

Jochen Kummer und Joachim Schäfer: Die Mitnehmgesellschaft. Die Tabus des Sozialstaats, Universitas, München 2005. ISBN 3-8004-1471-6 (zum sdm-Buchdienst bitte hier klicken)